Zehn Männer und Frauen erhalten eine Einladung, die sie
auf eine abgeschiedene Insel lockt. Dort beschuldigt sie ihr
unsichtbarer Gastgeber diverser gut vertuschter Kapitalverbrechen und
kündigt ihren Tod an. Einen Gast nach dem anderen ereilt dieses
Schicksal, während die schrumpfende Schar der Überlebenden verzweifelt
versucht, den Mörder zu finden und auszuschalten …
Aufführungen am
Aufführungen am
20., 22., 27., 28., 29. Mai
jeweils um 20 Uhr
Im TPZ Brixen
Seit dem fernen Jahr 1999 gehört die Theaterwerkstatt ROT zum
festen Bestandteil des tpz Brixen. Inzwischen nicht mehr wegzudenken aus
der TPZ - Geschichte und mittlerweile das zweite TheaterStudio für Erwachsene
(oder besser gesagt: beinahe Erwachsene).
Zuerst waren sie die Kleinen und machten Eigenproduktiönchen wie
"Sagenhaft" (2000)oder "Rettet die Wale"
(2001) oder
"Lonesome Town" (2002) - immer mit
Heidi.
Dann auf einmal, 2002/03 gelang ihnen der große Sprung in die
Klassikerliteratur. Mit dem "Besuch der alten Dame" ließen die sechs
Jugendlichen das Publikum zum ersten Mal aufhorchen - auch international.
Auf Festivals in Belgien und Österreich erntete das Stück großen Beifall
der versammelten Fachleute.
2003/04 wollten die Jugendlichen dann wieder etwas Lustiges machen und
entschieden sich für "Dornröschen - unter 16 verboten", wieder eine
Eigenproduktion nach dem Vorbild der Gebrüder Grimm.
"Dornröschen" nahm am Internationalen Treffen für Jugendtheater
sapperlot teil und sorgte als Eröffnungsstück gleich für einen
humorvollen Auftakt des Festivals.
Heuer 2004/05 hat es einige Neuerungen innerhalb des Ensembles gegeben.
Sabi ist weg und Heidi ebenfalls.
Dafür treibt die Theaterwerkstatt rot nun unter der Leitung von Thomas
Troi ihr Unwesen.
Begonnen hat es gleich mit einem einwöchigen Austausch mit den
langjährigen Partnern des tpz Brixen: dem Central Youth Theatre (UK), der
Schultheatergruppe "Bühnenschuss" aus Hall in Tirol und dem Ensemble Hop
Hop (CZ). Im Rahmen dieses Austausches wurde die Aufführung der
Handwerkerszene aus dem "Sommernachtstraum" realisiert. Und man hört
munkeln, dass es bisher noch keine ebenbürtige Handwerkerszene gegeben
hat.
"Die höchst klägliche Komödie und der höchst grausame Tod des Pyramus
und der Thysbe" war auf dem Festival "Ostrov Soukaní" in Tschechien
beim
"Österreichischen Schultheaterfestival" in Österreich zu sehen.
Zum 15jährigen Jubiläum des
Theaterpädagogischen Zentrums Brixen machte die Theaterwerkstatt rot dem
Geburtstagskind ein besonderes Geschenk : das aktuelle Stück (den
Titel wiederholen wir aus Platzgründen besser nicht) wurde 15mal
hintereinander aufgeführt.
Ende April des Jahres 2006 haben die ROTEN trotz
vielseitiger Stolpersteine (einer davon heißt TEXT) ihre heurige
Produktion zur Aufführung gebracht: "Der Widerspenstigen Zähmung", unter
der Leitung von Thomas Troi.
2006/2007 war ein Krisenjahr für die
Theaterwerkstatt ROT. Aus persönlichen Gründen entschieden sich die
Jugendlichen gegen die Aufführung ihrer Eigenproduktion "Black Box".
Dabei hätte diese Produktion, wie die der Theaterwerkstatt TRANSPARENT
der Höhepunkt in der Geschichte der TW ROT sein sollen. Ob Schule,
Karriere und Studium die Jugendlichen der Theaterwerkstatt ROT treu
bleiben lassen, wird sich im Herbst zeigen.
2007/08 ging's mit
neuem Schwung weiter. Obwohl die Hälfte der Besatzung schon mit einem
oder mit beiden Füßen im Studium steckte, haben sich die ROTEN dazu
entschlossen, weiter zu proben. Beim ersten Treffen am 12. Oktober (mit
Gelage) waren elf Leute dabei. Bei der ersten Probe (zwei Wochen drauf)
haben nur mehr drei den Weg ins TPZ gefunden. Mit schlussendlich 7 ROTEN
führten die ROTEN dann "Big Macbeth 2008" auf.
War es eine schicksalhafte, sich selbst erfüllende Prophezeiung oder war
MacBeth von Machtgier getrieben? Nach seinem ersten Mord an König Duncan gerät
er in eine Spirale der Gewalt: Eine unaufhaltsame Kettenreaktion der Vernichtung
wird ausgelöst: MacBeth entwickelt sich zum Massenmörder und Tyrann, der
schlussendlich nur einen Ausweg sieht …
Macht Macht süchtig?
In einer Inszenierung von Thomas Troi brachte die Theaterwerkstatt ROT des
Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ) Brixen eine eigenwillige Auseinandersetzung
mit diesem Shakespeare-Klassiker auf die Bühne: in Doku-Soap-Manier wurde über
die Entwicklung MacBeths vom Feldherr zum machthungrigen Tyrannen berichtet.
Oben Ausschnitte aus der Produktion von 2008 "MacBeth 2008"
unter der Regie von Thomas Troi
Unter der Leitung von Heidi Troi erarbeitete die Theaterwerkstatt
ROT 2009 ein Stück,
das beim Internationalen Treffen für Jugendtheater sapperlot Begeisterung
hervorrief. Es handelt sich um eine ganz außergewöhnliche Heldengeschichte -oder vielmehr die Geschichte
der Frau eines Helden.
"Penelope", so heißt das Stück, war auch beim V° Encuentro Internacional de Teatro Meditarraneo von 26. - 30. August in Lanjaron/Granada
zu sehen. Weitere Einladungen liegen vor.
Odysseus, der Inbegriff eines Helden, macht sich
auf, um Troja zu vernichten und lässt seine Frau Penelope allein auf Ithaka
zurück - 20 Jahre lang.
20 Jahre lang wartet Penelope auf sein Zurückkommen. Mit ihr Odysseus' Amme
Eurykleia und ihr gemeinsamer Sohn Telemach. Und dann ist Odysseus plötzlich
wieder da. Schaffen es die beiden, wieder zu ihrem Leben vor Odysseus' Aufbruch
zurück zu kehren?
Ein Stück, das vom Warten, Hoffen, Sehnen, von Wut und Trauer und schließlich
vom Zurückkommen handelt. Ein Stück für alle Liebenden, Getrennten und
Verlassenen, für Menschen, die in einer Beziehung leben und solche, die das
irgendwann einmal tun wollen.
Sie geben nicht auf die ROTEN. Jedes Jahr begräbt man sie und
spätestens im Sommer stehen sie wieder auf, fragen, ob die Werkstatt wieder
weiter geht, beleben alte Spieler neu und arbeiten weiter.
2010 haben sie das Spiel auf den Höhepunkt getrieben: Weder
Heidi noch Thomas leiteten die Gruppe, sondern die langjährige Spielerin Viktoria Obermarzoner
übernahm neben ihren vielen anderen Pflichten die Regie.
In "Quid es lex suprema" (frei nach "Maß für Maß" von W.
Shakespeare) suchte die Theaterwerkstatt ROT nach dem höchsten Gesetz, dem
Gesetz, das für alle gilt. Und wurde dabei fündig:
Shakespeare zeigt uns zwei extreme Arten zu regieren……. Was die Theaterwerkstatt
ROT des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen daraus gemacht hat, sehen Sie
selbst:
Vincentio hat es satt zu regieren, deshalb überlässt er kurzerhand seine Arbeit
seinem sehr gewissenhaften Sekretär Angelo. Dieser nimmt seine Aufgabe sehr
genau und bringt somit Claudio ins Gefängnis. Seine Schwester Isabella nimmt das
aber nicht einfach so hin und kämpft mit allen Mitteln und Verbündeten. Es wäre
aber nicht Shakespeare wenn nicht einige schlagartigen Veränderungen,
Verwechslungen und Irrtümer auftauchen würden.
"Quid est lex suprema" war beim Internationalen
Jugendtheaterfestival YOS - Youth on Stage in Belgien zu Gast.