Abschied nehmen heißt es
heuer bei der Theaterwerkstatt ORANGE, denn für
fünf Spielerinnen und Spieler steht die Matura
vor der Tür und danach fliegen unsere ORANGEN
aus.
Daher haben wir das was uns am meisten
beschäftigt heuer zum Thema unseres Stücks
gemacht: Eine Collage zum Thema Abschied steht
auf dem Programm.
Es darf mit geweint und gelacht werden.
Aufführungen am
23. und 24. März um 20 Uhr
am 25. März um 18 Uhr
Seit 1999 sind einige
Spielerinnen der Theaterwerkstatt orange nun schon dabei.
Sophia zum
Beispiel oder Elisabeth . Sie haben noch unser altes
Probenlokal in der alten Durst miterlebt und dort die Geschichte von
"Max und den wilden Kerlen" gespielt.
Aufgrund starker Ermüdungserscheinungen bei den Internationalen
Jugendtheatertagen in Wien haben sich die ORANGEN heuer kurzerhand
umgetauft auf: SCHWARZ-WEIß-GESTREIFT-PURPURROT-GESPRENKELT". Diese
Namensänderung schafft allerdings auf Plakaten und Programmzetteln usw.
immer wieder Platzprobleme und könnte daher gruppenintern noch diskutiert werden
(d.h. Heidi weigert sich ganz einfach, die offizielle Umtaufe
vorzunehmen und der Rest muss sich fügen.
Immer unter der Leitung von
Heidi Troi haben die ORANGEN, wie wir sie vielleicht einfachheitshalber
doch weiterhin nennen, ihre Aufführungen
erarbeitet.
Nach "Max und die wilden Kerle" hat die Theaterwerkstatt orange
"Alles Meins!" aufgeführt, dann "Die
Geschichte von Schüssel und Löffel", danach "Momo und ihre
Freunde", dann "Säuberlichs und Schludrians und was Harry Potter damit
zu tun hat" und dann die Eigenproduktion "Pause, Pause".
Im Sommer 2005 ging's nach Waldkirch zu einem Arbeitsaustausch.
Und im Herbst 2005 nahm die Theaterwerkstatt ORANGE zum ersten Mal an
einem Festival teil: am 1. Internationalen Kindertheaterfestival
HOLLAWIND.
2006 bearbeitete die Theaterwerkstatt ORANGE ein
"seriöses" Thema: "Das Floß der Medusa" nach einer Idee von
Kayser, aber in eigener Bearbeitung. Es geht um ein paar Kinder, die auf
ein Floß gesetzt werden, damit sie vom Krieg verschont werden. Aber auch
auf dem Floß ist der Frieden trügerisch.Das "Floß der Medusa"
war, wie schon erwähnt im Oktober 2006 auf den Internationalen Jugendtheatertagen in Wien zu sehen.
2007 war "Aschenputtel" an der Reihe. Wunderschöne Kostüme,
schrille Perücken und ein geschwätziger Mond bescherten den Zuschauern
viel Vergnügen.
2008 hieß es "Ich bin berühmt". In der
Collage ging es um Johanna, die von sich behauptet, berühmt zu sein.
Nicht weil sie die Hauptrolle im Simon Gschnell Film gespielt hat,
auch nicht, weil sie eine Revolution angeführt hat,
oder weil sie eine erdballbewegende Erfindung gemacht hat,
sondern
weil sie nicht berühmt ist.
Johanna steht für alle Nicht-berühmten dieser Welt.
Die fünf Spielerinnen der Theaterwerkstatt ORANGE hatten etwas mit Johanna
gemeinsam:
auch sie sind nicht berühmt. Noch nicht.
2009 war das Jahr der "Heldin wider Willen". So alt wie die Spieler/innen der Theaterwerkstatt ORANGE war
Jeanne d'Arc, als sie sich aufmachte, Frankreich zu retten. Die Spieler/innen
der Theaterwerkstatt ORANGE alias SWGPRG haben sich ein ganzes Jahr mit der
Figur der Heiligen Johanna beschäftigt, haben danach geforscht, was ein so
junges Mädchen in der damaligen Zeit dazu gebracht haben könnte, einen so
schwierigen Weg einzuschlagen, darüber improvisiert, was die Stolpersteine auf
Jeannes Weg gewesen sein könnten und sind zu dem Schluss gekommen: Es war nicht
nur ihr Wille, der sie zur Retterin Frankreichs, zur Heiligen, zum "Oberhaupt
des Krieges" und zum Schluss zur Märtyrerin gemacht hat.
"Tristan und Isolde". Die wohl dramatischste Liebesgeschichte aller
Zeiten, die den Grundstein bildete für die Arbeit im Spieljahr 2010.
Von Tragik und Dramatik hatten wir aber nach "Heldin wider Willen" genug und so
passierte das Unvermeidliche: "Tristan und Isolde" wurde verhunzt. Aus der wohl
tragischsten Geschichte wurde die unappetitlichste Geschichte in der ganzen
Historie des TPZ Brixen. Auf der Bühne wurde geschmatzt, geschlemmt und
gevöllert. Trotzdem war das Stück ein Publikumserfolg und die Theaterwerkstatt
ORANGE wird wohl bis Indien verrufen bleiben bis ans Ende ihrer Tage, denn sie
zeigte das Stück auch beim 4. Internationalen Kindertheaterfestival HOLLAWIND.
Die Heldin Wider Willen war
außerdem beim 5. Internationalen Treffen für Jugendtheater sapperlot, beim
Jugendaustausch "Held/in Tirol" und beim 10th International Children's Festival
for Performing Arts in Neu Delhi/Indien zu sehen.
Am 1. Dezember wurde die
Videodokumentation "ORANGE meets INDIA"
öffentlich vorgeführt.
2010/2011 war die Theaterwerkstatt
ORANGE hin- und hergerissen. Da wir uns nicht wirklich drauf einigen konnten, ob
wir etwas Tragisches oder etwas Komisches machen sollen - können tun wir ja bewiesenerweise beides - machen wir einfach von beidem etwas.
Ein Teil der Gruppe
erarbeitete ein Kabarett zum Thema "Verzichten leicht gemacht" - eine
Auftragsarbeit für das Forum für Prävention, welches insgesamt zwölfmal
aufgeführt wurde Mehr dazu.
Die ganze Gruppe
beschäftigte sich nebenher auch noch mit dem Stück "Frühlings Erwachen" von
Frank Wedekind. Natürlich wurde es keine 1:1 Aufführung. Die Spieler/innen
nahmen sich Wedekinds Aussage über sein Stück ("ich weiß nicht, warum die
Menschen den Humor in diesem Stück nicht sehen.") zu Herzen und versuchten, sein
Stück in unsere Zeit zu übertragen und das was Wedekind mit Frühlings Erwachen
vorhatte (nämlich die bürgerliche (Sexual)moral zu kritisieren) umzusetzen.
Wir wollten zeigen wie allein die
heutigen Jugendlichen trotz totaler Vernetzung mit der ganzen Welt über die
sozialen Netzwerke sind und wie unkritisch ihre Konsumhaltung ist - sei es in
Bezug auf Internet und Sex, sei es in Bezug auf Selbstmord.
Das Stück wurde mit großem Erfolg
beim Internationalen Treffen für Jugendtheater sapperlot aufgeführt.