Rezensionen zum Film

FF, Georg Mair

29. Februar 2008

Mensch Simon

Dokumentarfilm: Thomas Troi erzählt
anschaulich von Simon
Gschnell, dem letzten Menschen,
der in Brixen hingerichtet wurde.
(gm)

Simon Gschnell war der letzte Mensch, der in Brixen
hingericht et wurde . Am 18. September 1826 – verurteilt
wegen Mordes an einer jungen Frau. An ihm wurde ein Exempel statuiert, die Hinrichtung hat ihre Spuren hinterlassen – in zahlreichen Anekdoten und Legenden.
Der Historiker Andreas Fischnaller hat die Aktenlage zu
Gschnell wissenschaftlich erhoben. Auf seiner Vorarbeit beruht der Dokumentarfilm von Thomas Troi „Simon Gschnell. Aus dem Leben eines Mörders“.
Troi, Leiter des „Theaterpädagogischen Zentrums“ in Brixen,
versucht, das Leben Gschnells hinter den Legenden zu ergründen. Er verwendet dabei die Mittel des klassischen Dokudramas, mit Spielszenen, Statements von Historikern wie Hans Heiss oder Helmut Alexander oder eines Psychiaters wie Reinhard Haller.

Der Film (Premiere: 28.2., 20.30 Uhr, Forum Brixen) dramatisiert nicht, er beleuchtet anschaulich das Leben von Simon Gschnell, die unglücklichen Umstände, in die er hineingeboren wurde, und die Welt, in der er aufwuchs. Thomas Troi, theatererfahren, findet dafür die geeignete Form, er muss nie zu plakativen Szenen greifen; die Darsteller, die die Historie nachstellen, tun dies unaufdringlich. „Simon Gschnell“ ist Aufklärung im besten Sinn: Man versteht, ohne dass einem Botschaften nachgetragen werden.

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